Tja da sitz ich nun ich armer Tor und ... merke, dass heute mal wieder nicht mein Geburtstag ist. Geburtstage sind nämich was feines müsst ihr wissen. An meinem Geburtstag müssen alle Leute lieb und nett zu mir sein und mir Geschenke vorbeibringen. Da, wie schon gesagt, heute nicht mein Geburtstag ist, sind alle heute recht doof zu mir gewesen und Geschenke gab es auch keine.
Der Tag fing schon echt toll an. Ich machte die Augen auf und sah erstmal garnichts. Verwundert versuchte ich durch tasten näheres über meinen Zustand heraus zu finden. Zum Leid meines Hundes fand mein Zeigefinger estmal dessen hochempfindliches Nasenloch, woraufhin dieser ein heftiges Nieskonzert veranstalltete. Nachdem das Hundi sich wieder beruhigt hatte fand ich meinen Wecker und ... 2 Uhr morgens! Verblüfft verstand ich nun, warum ich nichts sehen konnte ... es war noch mitten in der Nacht. Also, ich mich wieder hingelegt und 5 Stunden von rechts nach links gewälzt und wieder zurück. Schlaf? Nö! Brauch ich doch nicht, viel Kaffee wird das schon richten. Ja, der Kaffee. Der war natürlich, wie konnte es auch an meinem "Nichtgeburtstag" sein leer. Aber ich bin ja nicht doof (jawohl) und so mach ich mir halt einen Schwarztee. Der wirkt ja auch belebend wenn man ihn kurz ... oder moment ... lange ziehen? ... wie war denn das nochmal ??? ... Naja das war dann auch egal, da ich durch das Grübeln, ob kurz oder lange, die Zeit vergessen habe und nun eh keine Zeit mehr für ein heißes, erfrischendes und belebendes Getränk mehr war.
Auf dem Weg zum Auto bemerkte ich noch, dass die große Pfütze neben der Garage heute Morgen gefrohren war. Nachdem ich wieder auf beiden Beinen stand dachte ich mir: Schon praktisch auf einer gefrohrenen Pfütze auszurutschen ... das Eis kühlt einem wenigstens gleich den schmerzenden Hintern. Vor dem Wagen griff ich dann doch etwas genervt in meine Jackentasche um nach dem Autoschlüssel zu angeln (unglaublisch was so alles in eine Tasche hineinpasst) um die Tüte voller Hundeexkremente zu finden, die ich gestern abend eigentlich gleich zuhause in den Müll werfen wollte. Schon toll wenn man seine Nachbarschaft sauber hält und die Hinterlassenschaften seines Hundes in eine kleine, eigens dafür hergestellte Tüte verpackt ... blos doof, wenn a) diese blöden Tüten keinen sicheren Verschluss haben und b) man sie nicht gleich nach dem Gassigehen wegwirft. Also einmal sehr gründliches Händewaschen später geht es dann endlich aus der Straße heraus um hinter der 70 Jährigen Nachbarin mit 45 Km/h hinterher zu tuckern. Da sie natürlich zum selben Supermarkt einkaufen fährt und der Gegenverkehr ein überholen unmöglich macht, gibt es dort angekommen ersteinmal einen Vortrag über den Sicherheitsabstand im Straßenverkehr. Dachdem sie ca. 10 Minuten später mit ihrem Monolog fertig ist lässt sie ab von mir da zum Glück eine Bekannte von ihr auf sie einredet. Ich lasse die beiden lauthals gackernd zurück und hole mir einen Einkaufswagen. Das Geldwechseln um an einen Euro für den Wagen zu kommen bleibt mir natürlich nicht erspart. Eigentlich müsste ich unzählige dieser Plastikchips besitzen. Aber da scheint es etwas ähnliches wie Sockengnome zu geben, das sich darauf spezialisiert hat die Platikchips zu verschleppen. Im Supermarkt sah es aus, als sei der Jüngste Tag angebrochen. Tja heute gab es wohl besondere Schnäppchen, ein fleißiger Mitarbeiter bemühte sich die Überreste der epischen Schlacht bei den Grabbeltischen zu beseitigen. An seinen blutunterlaufenen Augen konnte man erahnen welch schreckliche Szenen er gerade wohl versuchte aus seinen Erinnerungen zu löschen. Ich ließ ihn hinter mir und tätigte meine Einkäufe, jedenfalls die, welche ich finden konnte. Den Rest find ich morgen ... nur raus hier. Eine leere Kasse ... ich blickte verstohlen nach rechts und nach links ... eine alte Dame mit einem halbvollen Wagen und eine Hausfrau mit einem überladenen Wagen haben ebenfalls diese einmalige Chanche gewittert. Ein Rennen beginnt. Auf der Außenbahn die alte Frau, im Gemüsegang die Hausfrau und ich zwischen den Getränken. Wir spurten alle drei im selben Moment los. Die alte Frau bleibt an einer halbvollen Palette hängen, ha! Nur noch wir zwei. Das rechte Vorderrad meines Einkaufswagens beginnt zueiern, aber egal mehr Kaft, schneller schieben. Ich bin eine Wagenlänge voraus! Ich kann meinen Triumpf kaum noch zurückhalten. Ich blick nach hinten auf die Hausfrau und grinse ... aber was ist das? Ein Blitzen in ihren Augen, ich schaue nach vorne und "NEIN", das darf nicht wahr sein. Die Kassiererin ist aufgestanden und hat das Schild mit der Aufschrift "Bitte nichts mehr auflegen" auf das Band gestellt. Ich muss umkehren und an die andere Kasse. Vor mir die Hausfrau und die alte Dame. Und hinter mir die Nachbarin von vorhin. Da ihre Bekannte wohl noch nicht mit den Einkäufen fertig ist, nutzt sie die Zeit um nocheinmal auf das Gespräch von vorhin zu kommen und erklärt mir nocheinmal haargenau, warum ich nicht so dicht auffahren soll. Kurz bevor ich mir einen Kochlöffel für 1,99, der am Förderband angeboten wird, durch den Schädel ramme bin ich bei der Kassiererin angekommen. Genervt und sichtlich unerfreut einen weiteren Kunden bedienen zu müssen blickt sie mich an, als hätte ich ein großes Schild auf der Stirn auf dem steht: Arschloch!. In einer Geschwindigkeit, dass ich auf keinem Fall mit dem Einräumen in den Wagen hinterherkomme zieht sie die Artikel durch den Scanner und schaut jedesmal böse, wenn sie warten muss bis ich den Berg an Wahren in meinen Wagen stopfe. Natürlich reißt ein Joghurtbecher bei dieser Aktion auf - das merke ich dann aber erst zuhause. Jetzt erst einmal zahlen. Ich greife in meine Jacke ... diesmal vorsichtig, nicht, dass ich noch eine Tüte in der Tasche vergessen habe. Es läuft mir eiskalt den Rücken hinunter. Wo ist der Geldbeutel ?!? Ich merke wie mich Blicke voller Hass durchbohren. Der Schweiß steht mir auf der Strin wärend ich nach dem Geldbeutel suche. Gerade als die Verkäuferin mir etwas sicherlich nicht freundliches sagen will finde ich ihn ... in der Hose. Ich zücke meine EC-Karte und höre ein genervtes: "Bitte (<-- ich bin mir nicht sicher ob das nicht sogar gefehlt hat) stecken sie die Karte JETZT in das Gerät!" Mit einem verzwungen Lächeln steck ich die Karte in das Geräte und ... "Nein, andersherum"! Ich starre die Verkäuferin an und dann das Gerät. "Die Karte muss andersherum in das Gerät" Kommt nun auch noch von meiner NAchbarin, die natürlich das ganze genau beobachtet hat. Sie hat dabei diese Stimme benutzt die man bei einem kleinen Kind oder putzigen Tier verwendet. Ich nehme also die Karte wieder heraus und drehe sie einmal herum. Alle Augen sind nun auf mich gerichtet. Meine Hand fängt an zu zittern. Ich treffe den Schlitz erst beim dritten Anlauf. So, scheint zu funtionieren. "DEN PIN BITTE!" Mir wird übel. In meinem Kopf schwirren aufeinmal sämtliche Pins wie ein wildgewordener Schwarm Hornissen umher. Vor lauter Zahlen weiß ich nicht mehr wo oben und unten ist. "DEN PIN!" Ich schließe die Augen atme tief durch und bin für den Bruchteil an einem anderen Ort. Dann fallen mir die richtigen vier Zahlen ein. Schnell tippe ich sie am Gerät ein und stoße ein Dankesgebet aus, als die Kasse ratternd beginnt den Kassenzettel zu erbrechen.
Als ich die Kasse verlasse, höre ich in weiter Ferne noch die Kassierin ihr Mantra aufsagen: "Vielen Dank für ihren Einkauf. Wir wünschen ihnen noch einen schönen Tag". Ja, ein schöner Tag wäre heute, wenn ich Geburtstag hätte. Dann müssten alle Menschen nett zu mir sein und ich bekäme Geschenke.
Da ich beim Einladen in das Auto getrödelt habe ist die Nachbarin wieder vor mir. Ich schleiche mit 30 vor mich hin ... sie ist längst über alle Berge.